Nach einer durchfeierten Nacht und dementsprechend müde kam ich am 26. Juni fast zu spät am Flughafen
an; gut, dass die Gepäckausgabe schrecklich lange dauerte! Also stand ich brav
im Empfangsbereich, als eine ebenfalls übermüdete Kira aus dem Flughafen kam
und noch genau so aussah, wie vor 11 Monaten. Gut so. Und wir haben uns auch
immer noch lieb. Also war alles toll und ich habe mich wahnsinnig gefreut sie
wiederzusehen und sie in Uganda begrüßen zu können. Meine Begrüßung war
allerdings nicht die netteste: da ein Taxi ungefähr das 10-fache kostet, sind
wir mit öffentlichem Transport zurück nach Kampala gefahren. Auf dem Boda
krallte sich Kira ein wenig ängstlich fest (ich muss zugeben, dass es mit einem
großen Rucksack auf dem Rücken nicht gerade leicht ist Boda zu fahren), im
Matatu konnte sie nicht so recht glauben, dass man pro Person nur einen
Sitzplatz hat, auf dem man auch noch irgendwie sein Gepäck unterbringen muss
und im Allgemeinen war sie ziemlich erschlagen von den ganzen neuen Eindrücken.
Nunja… willkommen in Uganda! An für sich sind wir aber ganz gut durchgekommen
und sobald wir im erheblich entspannteren zu Hause von Miri und Tilman ankamen,
ging es ihr auch gleich viel besser. Dort hatten wir aber auch nicht allzu
lange Zeit (die Zeit haben wir aber mit ausführlichem Gequatsche und dem Buchen von Unterkünften gefüllt), da
wir uns abends mit Freunden von mir aus Kasese treffen wollten, die am nächsten
Tag abreisen würden und die ich noch verabschieden wollte. Besonders alt sind
wir an dem Abend jedoch nicht geworden und so traten wir schon relativ früh
einen nächtlichen Boda-Ritt durch Kampala an, die ich immer sehr genieße. Die
Straßen sind nicht mehr ganz so voll, trotzdem sind überall noch Lichter und
Menschen und alles sieht ein wenig unreal aus. Da ich mir gedacht habe, dass es
ein wenig extrem wäre Kira gleich am Anfang dem Chaos Kampalas auszusetzen,
haben wir beschlossen schon am nächsten Tag – einem Donnerstag – weiterzureisen
und uns zu einem späteren Zeitpunkt länger in Kampala aufzuhalten. Da wir aber
gleichzeitig auch ausschlafen wollten (Kira: „Was?! 10 Uhr nennst du
ausschlafen?“) sind wir erst relativ spät losgekommen. Gegen 12 Uhr saßen wir
also im Bus in Richtung Mbarara. Von dort aus ging es in einem weiteren Bus
nach Kabale, wo wir eine Nacht im Backpackers gebucht hatten. Kira hat glaube
ich schon nach diesem Tag beschlossen den öffentlichen Verkehr Ugandas nicht so
unbedingt zu lieben – er ist ja nunmal auch wirklich nicht allzu bequem – aber
wenigstens konnte ich ihr versprechen, dass dieser Tag unser längster Reisetag
bleiben würde. Nach Kiras erstem Rolex (hieraus hingegen sollte eine Liebe
entstehen) freuten wir uns sehr auf die angekündigte heiße Dusche. Der
Wasserboiler funktionierte auch, war allerdings so klein, dass das Wasser ganz
genau für eine halbe Minute heiß blieb. Das ließ mich mit Shampoo in den Haaren
und Kira ungeduscht zurück. Tschuldigung.
Freitagmorgens ging es, nach einer kurzen
Kabale-Rundtour, auf zwei Bodas in Richtung Lake Bunyonyi. Die Straßen waren
ziemlich trocken und staubig, sodass wir nach der Strecke einen recht orangen
Touch hatten (Kira hatte einen sehr hübschen Brillenabdruck). Da kam es uns zu
Gute, dass uns eine 45-minütige Kanutour zu der Insel Byoona Amagara
bevorstand, bei der wir uns zu genüge mit dem Seewasser waschen konnten. Lake
Bunyonyi finde ich nach wie vor wunderschön und ist glaube ich mein
Lieblingsplatz in Uganda. Ein ziemlich verworrener See mit knapp 30 Inseln in
den verschiedensten Größen und Ausgaben, eingebettet in einer hügeligen
Landschaft. Auf einer dieser Inseln lag unser Hotel, wo wir uns zwei Zimmer im
Schlafsaal reserviert hatten, genau das richtige Plätzchen um sich langsam an
Uganda zu gewöhnen. Den Rest des Tages verbrachten wir hauptsächlich damit faul
in der Sonne zu liegen, schwimmen zu gehen und zu lesen (Kira hatte mir
Zeitungen und Zeitschriften aus dem Flugzeug mitgebracht), bis am späten
Nachmittag Jourdan mit ziemlich vielen ihrer GHC-Kollegen auch auf der Insel
eintrafen. Es war nie geplant gewesen am gleichen Wochenende den gleichen
Ausflug zu machen, aber so war es natürlich ein willkommener Zufall. Nach einem
Abendessen mit wunderschönem Sonnenuntergangs-Szenario ging Kira schon relativ
früh ins Bett (Mensch, braucht die viel Schlaf! Und ich dachte immer, dass ich
viel schlafe!), während ich mich zu den GHC-Leuten gesellte, mit ihnen
quatsche, Wein trank und
mich an
irgendwelchen Spielen beteiligte.
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Kanufahrt zur Insel |
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Während des Abendessens (: (Kira) |
Am nächsten Morgen (Kira schlief noch…) bin ich mit Viv im
hübschen Morgenlicht im See schwimmen gegangen – es gibt wohl kaum eine
schönere Art wach zu werden. Die kalte Dusche fühlte sich danach angenehm warm an.
Als Kira sich irgendwann überwinden konnte aus dem Bett zu kriechen,
frühstückten wir unten am See unser mitgebrachtes Brot mit Avocado, bevor wir
uns in einem ähnlichen Zustand wiederfanden wie am Tag zuvor (lesend, dösend,
sonnentankend). Nachmittags wurde uns das aber doch zu langweilig, und somit
beschlossen wir mit einem Kanu zum Festland zu fahren und dort so weit nach
oben zu wandern, wie möglich. Dank der Hilfe eines netten Jungens gelang es uns
schließlich auch den richtigen Weg zu finden und freuten uns während des
Aufstiegs schon darauf oben angekommen eine Soda in dem Hotel zu trinken, das
unser Ziel war. Allerdings mussten wir feststellen, dass das Hotel noch in Bau
war und auch, dass es viel zu diesig war, um eine schöne Aussicht zu haben. Nunja..
wir liefen also einfach ein wenig durch die Gegend, bewunderten ein Esel und
eine schicke Privatvilla, setzten uns irgendwo auf den Boden und machten uns
wieder an den Abstieg – der natürlich sehr viel schneller war, als der
Aufstieg. Nach insgesamt etwa zwei Stunden waren wir zurück auf unserer Insel,
wo wir uns zunächst mal den Staub von den Füßen und den Schweiß vom Körper
wuschen (meine Schuhe sind übrigens immer noch orange, vielleicht sollte ich
die noch waschen), bevor wir uns entspannt in der Restaurant-Area niederließen
und dort ein wohlverdientes Bier tranken. Außerdem beschlossen wir während des
Abendessens den von Kira mitgebrachten Martini anzubrechen. Aus dem „Anbrechen“
wurde dann letztendlich „Austrinken“, und somit lagen wir irgendwann recht
angeschwipst auf dem Swimmingdock, erzählten uns von den peinlichsten Momenten
unseres Lebens und kriegten uns nicht mehr ein vor Lachen, während wir
gleichzeitig die Sterne bewunderten (war außerdem der erste Abend meines
Lebens, an dem ich mehr Sternschnuppen sah als Kira, ha!:D).
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Gefrühstücke (Kira) |
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Gewandere |
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Gehüpfe (Kira) |
Am Sonntag ging es nach einem entspannten Brunch zurück nach
Mbarara. Die Matatu-Fahrt war durchaus unbequem, aber auch sie war irgendwann
geschafft und wir checkten in einem Hotel ein. Kira zeigte großes Unverständnis
für meine Preisverhandlungen an der Rezeption – wie sich später herausstellte,
hatte sie nicht 50.000, sondern 15.000 verstanden und konnte nicht so recht
nachvollziehen, warum ich bei so einem niedrigen Preis noch verhandelte. Unser
Zimmer sah mit der Leoparden-Decke auf dem Bett ziemlich pornös aus, aber
immerhin das warme Wasser funktionierte. Mir reichte der dünne Wasserstrahl
vollkommen aus, während Kira, die nunmal sehr viel mehr Haar hat, relativ lange
warten musste, bis das Wasser schließlich ihre Kopfhaut erreichte. Aber auch
diese kleinen Hindernisse wurden überwunden, und so trafen wir uns schließlich
zum Abendessen mit einem Freund von mir. Das Essen war lecker, der Abend war
nett, auch wenn wir auf Grund von Müdigkeit schon eher früh nach Hause gingen.
Nach einer erholsamen Nacht unter der Leopardendecke und
einem leckeren und ausführlichen Frühstück ging es zum Lake Mburo Nationalpark
– erst kurz mit einem Matatu, dann eine ziemlich lange Strecke auf einem Boda.
Der Lake Mburo Nationalpark ist wohl so ziemlich der einzige Nationalpark, den
man auch gut ohne ein eigenes Auto besuchen kann, da dort viele Auto-lose
Aktivitäten angeboten werden. Er ist für seine unzähligen Zebras bekannt, von
denen wir auf der Bodafahrt zu unserem Camp schon viele sehen konnten. Das Camp
war ziemlich cool – große Safarizelte auf Holzplattformen mit vielen
rumhüpfenden Affen. Nach einigem organisatorischem Hin und Her und einer kurzen
Entspannungszeit sind wir um 4 Uhr zu einem geführten Walk aufgebrochen. Es war
ziemlich cool, mal nicht in einem Auto durch den Nationalpark zu brettern,
sondern sich langsam fortzubewegen, obwohl mir die ganzen Büffel so ganz ohne
eine schützende Hülle um mich herum ziemlich Angst gemacht haben; aber immerhin
hatte unser Guide eine Waffe dabei. Es hat mich ziemlich überrascht, dass man
gehend nicht mal ansatzweise so nah an die Tiere kommt, wie in einem Auto,
trotzdem war es echt schön, da das Licht zu dieser Uhrzeit fantastisch ist und
wir einige Zebras, Warzenschweine, Impalas, Waterbucks und andere Antilopen
gesehen haben. Als wir kurz vor Anbruch der Dunkelheit wieder in unserem Camp
ankamen, hatte ein sehr netter Angestellter schon ein Feuer vor unserem Zelt
zum Kochen und unter einem Wassertank für die Möglichkeit einer warmen Dusche
gelegt. Von beidem machten wir Gebrauch, auch wenn unser Essen nicht ganz so
famos war wie die warme Dusche, da wir vergessen hatten uns Gewürze
mitzubringen. Da unsere Nacht kurz zu werden versprach, gingen wir relativ früh
ins Bett.
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Das ewige Verhandeln.. auf'm Weg zum Nationalpark (Kira) |
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Suchbild |
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Während des Walks |
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Walking, walking, walking (Kira) |
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Abendessen :) (Kira) |
Dass ich nachts Hippos hören konnte, machte es nicht unbedingt
leichter in der Halbdämmerung aufzustehen und wir rannten panisch schnell von
Zelt zur Toilette und zurück, in der Befürchtung, dass ein Hippo irgendwo
versteckt lauerte und nur darauf wartete ein hilfloses Mädchen anzugreifen.
Diese Herausforderung meisterten wir trotzdem, genau wie die ewig lange und
staubige Bodafahrt zur Mihingo Lodge, da wir uns wahnsinnig auf unseren
nächsten Programmpunkt freuten: eine Safari hoch zu Ross. Zugegebenerweise
hatte ich auch ein wenig Schiss, da es einige Jahre her gewesen sein dürfte,
dass ich das letzte Mal auf einem Pferd saß. Aus Preiskosten hatten wir uns
dazu entschieden nur für eine Stunde zu Reiten – auch so war es noch teuer
genug – und nachdem die lästigen Formalitäten erledigt waren und wir
unterschrieben hatten, dass wir selber für unseren Tod verantwortlich wären,
lernten wir endlich unsere Pferde kennen. Vielleicht hätte ich am Telefon doch
nicht sagen sollen, dass wir sehr groß sind und deshalb keine kleinen Ponys
haben wollen… die Pferde waren riesig. Das riesigere schob ich gleich mal an
Kira ab, mit meinem Pferd war ich dann ganz zufrieden. Kurz nachdem unser Ritt
begann stellte ich beruhigt fest, dass meine Ängste völlig umsonst gewesen
waren und somit sind wir die meiste Zeit sogar galoppieren. Da wir auf den
Pferden saßen und die Zebras primär die Pferde sahen (nicht uns), sind wir
erstaunlich nahe an sie herangekommen. Unser davor so schön ausgemalter Traum
davon mit den Zebras durch die endlosen Weiten des Nationalparks zu galoppieren
(okay, ich muss zugeben, dass das auch wirklich zu kitschig klingt, als das es
wahr werden könnte) ging schnell in die Brüche, da wir merkten, dass wir in
einem eingezäunten Bereich außerhalb des Nationalparks waren. Vermutlich dient
der dafür, den Leuten, die nur einen kurzen Ritt buchen, garantieren
zu können Tiere zu sehen… aber trotzdem!
Hätten wir doch lieber noch tiefer in die Tasche greifen sollen und länger
Reiten sollen, dann wären wir unserem Traum wenigstens ein bisschen näher
gekommen! Ansonsten war es wirklich toll. Unsere Pferde waren tiefenentspannt
(mein Pferd hat eigentlich die ganze Zeit nur gegessen), die Morgenstimmung war
perfekt, wir hatten beide die ganze Zeit über ein fettes Grinsen im Gesicht und
die Stunde ging viel zu schnell um. Auf dem Rückweg zum Camp wollte unser
Bodafahrer (der einzige Bodafahrer im Nationalpark, dort bekannt wie ein bunter
Hund) eine Abkürzung durchs Gestrüpp ausprobieren, aber irgendwie verfehlten
wir sie. Kann ich absolut verstehen… woher soll man denn auch wissen nach
welchem Busch man nun links abbiegen soll? Letztendlich kamen wir aber doch
wieder an der richtigen Straße raus, von der wir wieder gründlich eingestaubt
wurden. Kira war zu dem Zeitpunkt übrigens schon fast ein Profi darin beim
Fahren Fotos von Tieren zu machen, und auch wenn die Hälfte der Fotos
verwackelt war, ist die andere Hälfte teilweise doch echt cool geworden. Wieder
im Camp angekommen begannen wir damit unsere Sachen zu packen und ich freute
mich schon sehr darauf, wieder zurück nach Kasese zu fahren.
Zumindest bis ich eine SMS von Jourdan erhielt:
„The water in Kasese is poisoned and now they’ve shut off supply. That’s
following tear gas and rubber bullets this weekend. Welcome back!” Na
super, alle die mich in diesem Jahr kennengelernt haben wissen, dass ich
hervorragend damit umgehen kann keinen Strom zu haben, aber ich kann es zum Tod
nicht leiden, wenn ich kein Wasser habe. Also beschlossen wir noch einmal im
Camp zu duschen, was näher betrachtet ziemlicher Blödsinn war, wenn man
bedenkt, dass uns eine andere staubige Bodafahrt und mindestens 4 Stunden
Public Transport bevorstanden. Als wir in Kasese ankamen kauften wir uns als
erstes einen kleinen Wasservorrat – eine weitere nutzlose Entscheidung. Als wir
mein zu Hause erreichten und ich meinen Guard nach der Wasservergiftung fragte
stellte sich nämlich heraus, dass es sich lediglich um ein Gerücht gehandelt
hatte. Aber ein Gerücht, auf das ganz Kasese reingefallen ist. Am Wochenende
hatte es wohl mal wieder einige Streitigkeiten zwischen den zwei verschiedenen
„Stämmen“ die hier ansässig sind gegeben und angeblich habe einer von ihnen
daraufhin das Wasser vergiftet. Allerdings ist das ohnehin schon sehr
unrealistisch, weil man somit ja auch sämtliche Leute aus dem eigenen „Stamm“
(ich mag das Wort eigentlich nicht, ist mir zu stereotypisch, aber mir fällt
grad kein besseres ein) vergiftet hätte. Nunja… wie Jourdan schon sagte:
„Welcome back!“
Abends ging ich erst kurz ins Gym und danach trafen wir uns
mit ein paar Leuten bei Friends Corner zum Abendessen und ich freute mich schon
darauf, Kira meine ganzen Plätze zu zeigen, von denen ich ihr letztendlich sehr
viel weniger zeigen konnte als geplant.
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Zeeeeebras |
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Marie, Kira und Zeeeeebras |
Unseren Mittwoch nutzten wir zum Entspannen. Wir wuschen
beide ein wenig unsere Wäsche, danach frühstückten wir in meinem Lieblingscafé
Jambo (ist ja auch das einzige Café), wackelten durch die Stadt, kauften
Lebensmittel ein und beendeten unsere Tour zur Mittagessenszeit im Sandton
Hotel, wo wir das kostenlose Internet nutzten und eine Kleinigkeit aßen. Danach
waren wir noch kurz im Office, da ich das Bedürfnis hatte mich dort mal blicken
zu lassen. Nachmittags wollten wir eigentlich noch eine kleine Wanderung
machen, die Hitze und unsere Faulheit nach den vorangegangenen aktiven Tagen
hinderten uns jedoch daran meine Wohnung zu verlassen. Vor allem Kira musste
sich noch an die Hitze Kaseses gewöhnen und war echt geschlaucht. Für den Abend
hatte Nick zu sich eingeladen und somit saßen wir mit einigen Leuten bei ihm
und warteten darauf, dass er auch ankommen würde, um gemeinsam zu essen. Er kam
aber nicht und ließ uns irgendwann wissen, dass ihn mal wieder die Arbeit
aufhalte und wir einfach ohne ihn essen sollten. Machten wir dann auch, aber
bis zum Schluss kam er nicht nach Hause, sodass wir ihn gar nicht mehr zu
Gesicht bekamen. Kira und ich fuhren dann mit seinem Auto nach Hause (was wäre
ich nur ohne ihn!), da wir für den Donnerstag eine Safari im Queen Elizabeth
geplant hatten.
Nach einer zu kurzen Nacht ging es also los auf meine fünfte
und Kiras erste Safari im QENP. Und ja, es hat sich ganz eindeutig gelohnt! Um
die Löwen zu finden, muss man nicht darauf achten, wo die Löwen sind, sondern
darauf, wo die ganzen Safariautos stehen. Selbst wenn die Löwen zu weit weg
sind um sie wirklich sehen zu können bringt es dann herrlich viel Spaß sich
stattdessen die Touristen anzugucken. Allerdings mussten wir uns dieses Mal
noch nicht mal auf die Touristen beschränken, da die Löwen nur circa 20 Meter
weit weg waren, woraufhin ich Kira als meinen Safari-Glücksbringer bezeichnet habe. Als den Löwen der Menschenauflauf zu
bunt wurde und sie sich von dannen machten, sind wir einfach auf gut Glück
irgendeinen Weg entlanggefahren, den ich davor noch nicht kannte und entdeckten
nach einer Weile einen weiteren Löwen in einer gewissen Entfernung. Wir blieben
also stehen und beobachteten den Löwen (dieses Mal ganz ohne tausend andere
Safariautos) für eine Weile, bis der Löwe beschloss in unsere Richtung zu
gehen. Letztendlich lief er direkt an unserem Auto vorbei – Kira überlegte schon,
ob es nicht Zeit wäre das Fenster hochzukurbeln – was wirklich großartig war!
Bestimmt einer meiner Safari-Highlights. Wir fuhren weiter und sahen für eine
ganze Weile kaum Tiere (Antilopen und Büffel sieht man irgendwann nicht mehr
als aufregend an), bis wir im Hauptteil des Nationalparks einem Elefanten
ziemlich nahe kamen. Wie gesagt, Kira ist mein Safari-Glücksbringer. Später am
Tag hat Kira übrigens einen ziemlich coolen und zutreffenden Vergleich gemacht:
„Safaris sind wie Shoppen. Wenn man ein Kleidungsstück findet, dann hat man
sofort gute Laune. Dieses Hochgefühl bleibt aber nur so für 30 Minuten und
danach wird man wieder frustriert. Wenn man ein Tier sieht freut man sich
total, aber wenn dann in den nächsten 30 Minuten kein nächstes folgt, wird man
ungeduldig und hat keine Lust mehr.“ Wie wahr, wie wahr… Also haben wir unsere
Mittagspause ziemlich früh gemacht und sind zur Kingfisher Lodge gefahren. Die
normalerweise atemberaubende Aussicht von dort war ziemlich getrübt. Deshalb
mag ich die Trockenzeit nicht – die Luft ist so voller Staub, dass man nie
schöne Aussichten hat. Das Essen dort war trotzdem lecker und es war angenehm,
für eine Weile das Auto zu verlassen. Danach ging es zurück zum Hauptteil, da
wir uns erhofften am Kanal-Drive ein paar Tiere sehen zu können, die
normalerweise zur Mittagszeit zum Kanal gehen um sich dort ein wenig
abzukühlen. Nach einer ganzen Weile des Rumgurkens beschlossen wir zur Mweya
Lodge zu fahren und uns dort ein wenig die Zeit tot zu schlagen, bis es nachmittags
Zeit für die Tiere sein würde vom Kanal zurückzukehren. Aber auch nachmittags
hatten wir nicht so viel Glück, die Bilanz war: ein Hippo-Popo, einige Vögel
(die Kira immer fleißig für ihren Papa fotografierte), zwei Elefanten halb
versteckt hinter Bäumen und Büschen. Was soll’s, man kann ja nicht immer gleich
ganze Elefanten-Herden sehen und außerdem dachten wir zu dem Zeitpunkt noch,
dass eine weitere Safari im Murchison Falls Nationalpark folgen würde. Die
Langeweile-Zeit füllten wir übrigens damit kindisch zu sein: Elefanten wurden
so Fantis, Büffel zu Bupfeln und Waterbucks zu Wobbababs.
Abends habe ich uns Kräuter-Chapatti à la Marie, einen
Kichererbsen-Dip, Guacamole und einen Salat gemacht, bevor wir noch einen Film
geguckt haben und dann irgendwann ziemlich erschöpft eingeschlafen sind.
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How to spot a lion. |
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- ohne Zoom - |
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Fanti (Kira) |
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Kira beobachtet Tiere, Marie beobachtet Kira |
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So ein Foto muss halt sein |
Der Freitag brachte uns zum Training Center, damit Kira
meine Arbeit ein bisschen kennenlernen würde. Ich habe das Gefühl, dass ich zu
dem Training schon so dermaßen viel geschrieben habe, dass es da gar nichts
mehr zu erwähnen gibt. Was ich jedoch lustig fand, war, dass Emmanuel den
Farmern das Prinzip der besten Freundinnen erläuterte, das es hier wohl nicht in
der Form gibt. Auch benutzte Emmanuel kein Wort auf Lhukonzo, sondern sagte
immer „best friends“, obwohl er ansonsten auf Lhukonzo sprach. Nach dem
Training sind wir ein wenig durch den Garten gegangen, ich hab Kira meine
Bienenhäuser gezeigt (von denen immer noch nicht alle stehen…) und dann haben
wir uns schließlich verabschiedet und sind zurück nach Hause, wo wir den
Nachmittag mal wieder ruhiger angehen ließen. Abends trafen wir uns mit Jourdan
und Hazel im Spring International Hotel, um indisches Essen zu genießen und
Wein zu trinken. Ich fühlte mich zwar schon ein bisschen fiebrig und komisch an
dem Abend, nach ein paar Gläsern Wein war das Gefühl aber auch verdrängt und
somit fuhren wir nach dem Essen noch weiter zu Henricks Bar, wo ein Mädchen,
das für kurze Zeit in Kasese lebte, ihren Abschied feierte. Besonders lange
hielt es uns dort aber nicht, sodass wir letztendlich gar nicht allzu spät im
Bett waren.
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Die Farmer beim Training (Kira) |
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Training Center (Kira) |
Am nächsten Morgen hatte ich leichtes Fieber, weshalb ich
beschloss meinen Tag im Bett zu verbringen. Meine Theorie war, dass es am
besten wäre einen ruhigen Tag zu haben, um danach wieder fit zu sein. Kira saß
hauptsächlich lesend in der Sonne und ging abends mit präzisen Anweisungen von
mir in die Stadt um uns Essen zu holen. Verlaufen hat sie sich trotzdem ein
wenig, aber so lernt man Städte schließlich kennen.
Ich hatte ein etwas schlechtes Gewissen Kira gegenüber und
somit machten wir uns am Sonntagmorgen auf zur Ndali Lodge im Bereich der
Kraterseen, obwohl ich immer noch leichtes Fieber hatte. Netterweise gab uns
Nick wieder sein Auto :) Die Autofahrt, die größtenteils über anstrengende
Dirtroads führt, hat mich dann aber anscheinend doch ziemlich mitgenommen,
sodass ich in der Lodge hauptsächlich auf der Couch lag und schlief. Kira las
irgendeine Zeitschrift die gruselige Informationen übers Internet beinhaltete
und rief mir diese immer wieder zu. Als
das TEURE Mittagsessen ankam, konnte ich dieses noch nicht mal anrühren, was
mich sehr ärgerte… was für eine Geldverschwendung! Aber immerhin Kira hat es
dort sehr genossen – von der Terrasse aus hat man einen wunderschönen Blick auf
einen Kratersee. Den Rückweg musste Kira übernehmen, was sie souverän
gemeistert hat. Abends überschritt mein Fieber die 39°C, weshalb ich beschloss,
am nächsten Morgen einen Malariatest zu machen. Nick kam von der Arbeit um mich
zu dem Arzt seiner Company zu bringen, der während des ganzen Gesprächs mit mir
facebook geöffnet hatte, mir wurde Blut abgenommen und letztendlich hatte ich
tatsächlich Malaria. Die nächsten Tage lag ich also durchgehend im Bett und
schlief viel, während Kira die meiste Zeit in der Sonne saß und ab und zu in
die Stadt ging (mittlerweile ganz ohne sich zu verlaufen), um uns Essen zu
holen oder mir Saft zu kaufen. Jourdan kam auch ein paar Mal vorbei, um nach
mir zu schauen und brachte mir aufmunternde Sachen mit. An einem Abend hat Kira
für uns drei gekocht, was echt nett war und lecker duftete, auch wenn ich mal
wieder kaum was essen konnte. Trotzdem habe ich das sehr wertgeschätzt, da Kira
nunmal wirklich nicht gerne kocht und musste jedes Mal in mich reinlachen, wenn
ich aus der Küche ein erneutes „Ooooh fuck!“ hörte.
Im Nachhinein meinte Kira übrigens, dass sie diese Woche der
Ruhe echt gebraucht hat, um auf Uganda klarzukommen und dass sie es erst danach
angefangen hat richtig zu genießen hier zu sein. Trotzdem sind wir dadurch erst
sehr viel später aus Kasese losgekommen, wodurch wir die Tour zum Murchison
Falls Nationalpark streichen mussten.
Am Freitag fühlte ich mich aber endlich fit genug um
aufzubrechen und somit setzten wir uns in ein Matatu nach Fort Portal.
Irgendwie schien das Matatu ein paar Probleme mit seiner Gangschaltung zu
haben, sodass wir letztendlich teilweise so langsam fuhren, dass wir bei den
Speed-bumps noch nicht mal in der Geschwindigkeit runtergehen mussten. In Fort
Portal konnten wir für das Wochenende bei Joseph unterkommen. Abends sind wir,
mal wieder, zu Dutchess gegangen, wo nun jeden Freitag Kino-Nacht ist. Es lief
„District 9“, ein ziemlich abgedrehter, aber auch ganz guter Film, der in
Südafrika spielt und dessen Charaktere mich durchgehend an alle möglichen
Südafrikaner erinnert haben, die ich kenne. In der Pause gab es leckere Pizza –
ich war tatsächlich von einer Baby-Pizza satt, mein Magen musste sich wohl erst
wieder ans Essen gewöhnen. Nach dem Film waren wir alle ziemlich kaputt und
müde und somit ging es nach Hause.
Der nächste Tag war ähnlich ereignislos. Ich war noch ein
wenig schlapp, sodass wir beschlossen die geplante Wanderung lieber auf den
Folgetag zu verschieben und somit chillten wir den Großteil des Tages nur rum,
saßen im wunderschönen Garten, lasen und gingen irgendwann zum Mittagessen
rüber zum Mountains of the Moon Hotel (yummy, Fajitas!), kauften danach noch
ein paar Sachen ein, machten uns fertig und gingen schließlich zu Hazels
Abschiedsessen. Das Essen war super lecker und es wäre auch sehr nett gewesen,
wäre nach Anbruch der Dunkelheit nicht die fiese Kälte Fort Portals in unsere
Knochen gekrochen. Kira gab schon ziemlich früh auf und ging nach Hause. Mich
hielt es noch ein wenig länger, um 11 Uhr hatte ich aber ebenfalls meine
Schmerzgrenze erreicht und folgte Kiras Beispiel. Joseph kam erst ziemlich spät
nach Hause, was zur Folge hatte, dass wir am nächsten Tag schon wieder nicht
die Wanderung machten, da wir ziemlich früh hätten starten müssen, um noch zu
einer humanen Zeit in Kampala anzukommen. Also hatten wir stattdessen ein
leckeres Frühstück mit Brot und Obst mit Yoghurt und machten uns danach so
langsam auf den Weg nach Kampala. Die Fahrt war ohne Zwischenfälle, wenn sie
auch sehr lange dauerte und uns permanent irgendwelche seeehr laute
Kirchenmusik auf die Ohren gegeben wurde. Gegen 8 Uhr kamen wir schließlich bei
unseren Gastgebern – Mélanie und Gaultier – an, die schon ein herrlich leckeres
Abendessen vorbereitet hatten. Dazu gab es leckeren aus Frankreich
mitgebrachten Wein und viel Gequatsche.
Mein Ziel für Montag war Kira Kampala näher zu bringen. Nach
dem Frühstück sind wir also mit dem Boda zu Garden City gefahren, eine ziemlich
bonzige Einkaufs-Mall, schließlich sollte die Liebe alle Seiten Kampalas
kennenlernen. Danach sind wir durch die Stadt gewandelt, haben an einem
Craft-Market gestoppt (schließlich brauchten wir beide noch Mitbringsel) und
uns langsam immer weiter in Richtung Zentrum vorgewagt. Es wurde also immer
voller, immer chaotischer und immer lebhafter. Ich bin eigentlich sehr gerne im
Zentrum, kann es aber nur für eine bestimmte Zeit aushalten und somit
flüchteten wir uns Zwischendurch in irgendwelche Cafés/Bars, um was zu essen
oder auch einfach nur eine Soda zu trinken.
Danach sind wir noch zur Gaddafi Moschee gegangen, die sehr viel voller
war als sonst – Ramadan. Nach dem üblichen Eingekleide in Moschee-taugliche
Kleidung (also Rock und Kopftuch), sind wir erst auf die Spitze des Minaretts
gestiegen und waren danach noch im Gebetssaal. Nach wie vor finde ich den
Ausblick vom Minarett ziemlich toll, was das Treppensteigen erträglicher macht,
und den Gebetssaal mit seinen bunten Fenstern und kunstvollen Hängeleuchten
sehr schön, es hat sich also gelohnt. Ziemlich kaputt von diesem Ausflug sind
wir nach Hause gefahren, um uns ein wenig auszuruhen, zu duschen,… bevor es zu
einem Thai Restaurant ging, wo das Essen billig und lecker war. Daran
anschließend haben wir uns noch mit Jourdan auf einen Drink getroffen, die
grade von ihrer Arbeit aus ebenfalls in Kampala war. Ich glaube mein Tagesziel
habe ich ganz gut erfüllt ;)
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Suchbild Nr. 2 (Kira) |
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Stolz wie Osker ;) (Kira) |
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Wir haben uns gedacht... |
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... nun, wo wir auf die 20 zugehen, wird's mal Zeit einer Religion anzugehören |
Nach einem leckeren Mittagessen im MishMash und einem
Friseurbesuch meinerseits, fanden wir uns am nächsten Tag in einem Matatu nach
Jinja wieder. Jinja ist aufgrund der Nilquelle eine Hochburg des Tourismus, dennoch
hatte ich zuvor noch nie mehr als eine Nacht dort verbracht. Auf dem Dach
irgendeines Hotels, auf dem interessanterweise eine Badewanne stand, haben wir
uns mit Samuel und Christoph getroffen, zwei anderen artefact-Freiwilligen, bei
denen wir schlafen durften. Nachdem wir kurz unser Gepäck zu deren Haus
gebracht hatten, gingen wir los in Richtung Restaurant. Von dort aus habe man
für gewöhnlich einen tollen Blick auf den Nil, dummerweise war es jedoch schon
dunkel, sodass wir nicht so viel zu sehen bekamen. Ich fand es trotzdem
ziemlich famos neben dem Nil sitzend ein „Nile“-Bier zu trinken, das hat die
fehlende Sicht entschuldigt. Es wurde ein recht langer Abend, erst im
Restaurant und dann zu Hause. Dementsprechend faul waren wir am nächsten Tag
(ich habe grade das Gefühl nur von faulen und entspannten Tagen zu berichten
:D). Es wurde spät gefrühstückt, dann eine ganze Weile unbestimmt rumgehangen,
bis wir am frühen Nachmittag erst unsere Rafting-Tour buchten und danach noch
zur Kingfisher Lodge fuhren. Übrigens war für diesen Tag eigentlich eine
Fahrradtour geplant gewesen. Nunja, es gibt so einiges, was wir geplant und
dann doch nicht durchgeführt haben. Nach einem Abendessen in der selbigen Lodge
und dem Rückweg, trafen irgendwann die Besucher Marvin und Sebastian ein –
ebenfalls artefact-Freiwillige, jedoch aus Kigali – und es ging viel zu spät
ins Bett, wenn man bedenkt, dass wir am nächsten Tag früh aufstehen mussten.
Das Aufstehen fiel uns also dementsprechend schwer, aber schließlich fanden wir
uns im Nile River Explorers Backpackers ein, wo sich die Rafter trafen und
obwohl alle noch recht müde waren kam so langsam Vorfreude auf. Wir waren eine
ziemlich große Gruppe, so um die 15 Leute, und nachdem uns erste Anweisungen
gegeben wurden, setzten wir uns in einen großen Truck auf die Ladefläche, die
mit Bänken versehen wurde und auch mit einem Dach, jedoch leider nicht mit
Wänden. So fuhren wir also wie in einem Käfig ausgestellt, unser Frühstück
mampfend, durch irgendwelche „armen“ Dörfer, während die Frau hinter mir
verzückte Bemerkungen über die süßen Kinder machte und alle begeistert den
Leuten zuwanken. Da hätte ich mich am liebsten versteckt, jedoch gab es keine
Versteckmöglichkeit. Aber auch dieser „drive of shame“ hatte irgendwann ein
Ende und schließlich fanden wir uns alle in den Booten wieder. Unser Boot hatte
eine ziemlich coole Besatzung und den nettesten Angestellten und während wir im
noch stillen Wasser Übungen machten, das Boot umkippen ließen und ähnliches,
wurde ich doch ein wenig panisch. Gut, dass es kein Zurück gab. Insgesamt
standen uns acht Rapids bis zu Grad 5 (6 ist das höchste) bevor und, lasst es
euch sagen, es war genial! Unser Boot ist drei Mal „umgekippt“, jedes Mal hab
ich es nicht geschafft beim Boot zu bleiben, sondern bin stattdessen eine Weile
durch die Stromschnellen getrieben, bevor mich andere Boote aufgelesen haben
und mich zurück zu
meinem Boot gebracht
haben. Kira hingegen hat es immer geschafft UNTER dem Boot zu landen; da ist
mir meine Variante irgendwie lieber. Besonders der letzte Rapid war ziemlich
genial, dort bin ich, nachdem unser Boot umgekippt ist, ziemlich hoch in die
Luft geflogen. Bei einem anderen Rapid haben wir unseren Guide verloren, waren
aber noch mitten drin und hatten danach keine Ahnung was wir zu tun hatten. Uns
wurden dann Aufgaben von anderen Booten zugebrüllt, bis wir ihn wieder eingesammelt
hatten. Zwischen den Rapids hat man immer relativ lange Strecken auf stillerem
Wasser, sodass wir auf unserem Boot zu Mittag essen konnten, zwischendurch mal
schwimmen gingen und Zeit zum Quatschen mit den Bootskammeraden hatten. Das
Raften hat also wirklich Spaß gemacht, kann ich nur empfehlen! :) Nach dem
Raften gab es noch ein leckeres Essen und Bier umsonst, bevor es wieder zurück
nach Jinja ging. In der Nacht haben Kira und ich im Nile River Explorers Camp
geschlafen, von dem man einen wunderschönen Blick auf den Nil hatte und wo wir
einen Deutschen kennenlernten, der gerade auf Weltreise war. Sowas find ich
immer interessant.
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Auf dem Hotel-Dach (Kira) |
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Chillen in der Kingfisher Lodge (Kira) |
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'n bisschen fliegen |
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Raaaaaften (Kira ist die in der Mitte, die so gut wie im Wasser ist) |
Am Freitag fuhren wir morgens zurück nach Jinja, wo wir erst
Essen kauften und damit bei den Jungs zum Frühstücken reinschneiten. Nach dem
Frühstück ging es irgendwann zurück nach Kampala, wo wir uns wieder bei Mélanie
und Gaultier einquartierten. Dort habe ich es ziemlich gefeiert eine
Waschmaschine zu benutzen, abgesehen von dieser Aktion haben wir den Nachmittag
aber eher erschöpft im Bett gelegen und einen Film geguckt. Ich hatte von den
zahlreichen Aufprällen auf das Wasser ziemliche Nackenschmerzen sowie
Muskelkater vom Paddeln. Abends sind wir mit Mélanie und Gaultier in dem Hotel
essen gegangen, in dem die beiden im Oktober heiraten werden, weil sie sich die
Band anhören wollten, die auf ihrer Hochzeit spielen könnte. Ein sehr schickes
und sehr sehr teures Plätzchen, das aber trotzdem wirklich schön und nicht zu
übertrieben schick ist, mit sehr gutem Essen. Schade, dass ich die Hochzeit
verpassen werde.
Unseren letzten ganzen gemeinsamen Tag verbrachten wir (nach
einem super leckeren und sehr französischen Frühstück auf der Terrasse mit
Baguette, Käse und Croissants) zunächst damit DVDs und Stoffe zu kaufen (also
letzte Mitbringsel in Kiras Fall), bevor wir uns in Ruhe in ein Café setzten.
Die Ruhe nahm ein Ende, als wir die Jungs aus Jinja wieder treffen wollten. Ich
weiß nicht wieso, aber irgendwie haben sie eine Tendenz dazu uns auf
irgendwelchen Dächern zu treffen und somit stiegen wir auf der Suche nach ihnen
gefühlte tausend Treppenstufen hoch. Hat sich aber gelohnt! Der Blick auf den
Taxipark und das Gewusel unter uns war wirklich ziemlich genial. Danach teilten
wir uns auf und während Kira und Marvin zum Markt gingen, beschlossen wir
anderen uns das Parlament anzuschauen. Das geht nur leider sonntags nicht und
somit setzten wir uns in ein Café. Nachdem unser Abend grob geplant war teilten
wir uns auf und fuhren alle nach Hause. Kira und ich gingen zu zweit eine
Kleinigkeit essen… der perfekte Zeitpunkt für ein Résumé. Ich hatte Kira schon
am ersten Tag auf die Frage vorbereitet und nun war die Zeit gekommen, um eine
Antwort zu erhalten: Würde sie noch mal nach Afrika reisen? Ihre Antwort war
„Ja“. Hervorragend, dann kann ich ja weiterhin hier wohnen und sie trotzdem
noch regelmäßig sehen ;) Außerdem stellten wir fest, dass wir beide sehr viel
besser zusammen reisen können, als wir gedacht hätten. Wir waren beide davon
ausgegangen, dass wir uns öfters anzicken würden. Und ich finde es nach wie vor
toll, dass sie hier war und nun weiß über was oder wen ich rede. Das war also
unser Résumé. Nach dem Résumé ging es feiern. Es war eine lustige Nacht, in der
wir viel getanzt haben und natürlich viel zu spät ins Bett kamen. Entsprechend
verspätet (auch, weil es anfing zu regnen) ging es also am nächsten Tag erst
los, aber wir haben es noch ganz genau rechtzeitig zwei Stunden vor Abflug zum
Flughafen geschafft. Der Abschied war zum Glück kein bisschen traurig,
schließlich wussten wir, dass wir uns in drei Wochen schon wiedersehen würden.
Inzwischen sind aus den drei Wochen neun Tage geworden – wie die Zeit vergeht…
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